Die Erhebung der Lebensqualität als Teil der Krebstherapie
Im Bezirkskrankenhaus Kufstein wird die Behandlung von Krebserkrankungen nicht nur aus medizinischer Sicht betrachtet. Ein zentraler Bestandteil der Versorgung ist die Lebensqualität der Patient:innen während und nach der Therapie. Bereits seit 2004 wird am BKH Kufstein die sogenannte “Quality-of-Life” systematisch erhoben. Damit zählt das Krankenhaus zu den ersten Einrichtungen außerhalb der Universitätsklinik Innsbruck, die diesen Ansatz in die Routineversorgung integriert haben.
Von der Forschung in den Klinikalltag
Die Erhebung der Lebensqualität wurde ursprünglich im Rahmen von Forschungsprojekten eingeführt. Patient:innen erhielten dabei ein Tablet, um Fragebögen in einem festgelegten Zeitraum auszufüllen. Heute ist diese Form der Rückmeldung fixer Bestandteil im Klinikalltag. Patient:innen beantworten regelmäßig standardisierte Fragebögen zu ihrem körperlichen und psychischen Befinden, zu möglichen Nebenwirkungen sowie zu Einschränkungen im Alltag. Die Auswertung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Psychoonkolog:innen der Universitätsklinik Innsbruck. Die gewonnenen Daten werden direkt in die Behandlung einbezogen und ermöglichen eine noch individuellere Betreuung.
Individuelle Therapie durch strukturierte Rückmeldung
Durch die systematische Erhebung der Lebensqualität entsteht ein umfassenderes Bild der Patientensituation. Neben medizinischen Parametern werden auch persönliche Belastungen und individuelle Bedürfnisse sichtbar. Prim. Priv.-Doz. Dr. August Zabernigg, Leiter der Inneren Medizin am BKH Kufstein, unterstreicht die Bedeutung dieses Ansatzes: “Die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten ist genauso wichtig wie der Behandlungserfolg selbst.”
Internationale Aufmerksamkeit für den Kufsteiner Ansatz
Die kontinuierliche Weiterentwicklung und erfolgreiche Integration der Quality-of-Life-Erhebung findet auch überregional Beachtung. Prim. Zabernigg wurde eingeladen, das Konzept auf der europäischen Krebskonferenz in Barcelona vorzustellen. Dort wurde aufgezeigt, wie sich die Erhebung der Lebensqualität nachhaltig in den Klinikalltag integrieren lässt.
Weiterentwicklung durch Kooperation und Forschung
Auch künftig wird die Erhebung der Lebensqualität weiter ausgebaut. Geplant sind zusätzliche wissenschaftliche Projekte in Zusammenarbeit mit Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard
Holzner der Universitätsklinik Innsbruck. Ziel ist es, die bestehenden Methoden weiter zu verfeinern und die gewonnenen Erkenntnisse breiter zugänglich zu machen.
Mit der konsequenten Integration der Quality-of-Life-Erhebung setzt das BKH Kufstein ein klares Zeichen für eine moderne, patient:innenorientierte Onkologie.
Mehr über die Quality-of-Life-Erhebung am BKH Kufstein lesen Sie auch im Beitrag des ORF Tirol.

