Leitung
Prim. Dr. Rainer Heider
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Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe

Harninkontinenz

Mehr als die Hälfte aller über 60-Jährigen leiden an Harninkontinenz – keine lebensgefährliche aber eine lebensbeeinträchtigende Erkrankung. Die häufigsten Formen sind die so genannte „Stressinkontinenz“ und die „Dranginkontinenz“, die auch gemeinsam als „Mischinkontinenz“ auftreten können. Die Stressinkontinenz zeigt sich durch ungewollten Harnverlust bei plötzlichem Husten oder Lachen, beim Stiegensteigen oder Bergabgehen oder bei plötzlichem Druck auf den Bauch und den Beckenboden. Häufiges oft unergiebiges Harnlassen, gepaart mit der Unfähigkeit, dem plötzlichen Harndrang standhalten zu können, sind die Haupterscheinungen der Dranginkontinenz.
Oft gehen diese Leiden, die vor allem Frauen betreffen, noch mit einer Beckenbodenschwäche einher, welche der Arzt oft als „Senkung“ (der Blase, der Gebärmutter..“) bezeichnet.
Hausarzt, Urologe und Gynäkologe können durch ein Gespräch und einfache Untersuchungen meist schon eine erste Diagnose stellen. Eventuelle weitere Untersuchungen, z.B. eine Blasendruckmessung, führen zu einer exakten Beurteilung des Harnverlustes und ermöglichen eine genaue Therapieplanung.

Als Therapiemöglichkeiten stehen bei der Stressinkontinenz eine Beckenbodengymnastik, physikalische Therapie und auch neue operative Verfahren zur Verfügung. Vor allem der Einsatz von Bändern zur Stützung der Harnröhre hat sich in den letzten zehn Jahren durchgesetzt und verspricht hohe Heilungschancen. Auch im BKH Kufstein werden diese Verfahren schon seit langem erfolgreich angewandt.
Die Behandlung der Dranginkontinenz ist vor allem durch konservative Maßnahmen gekennzeichnet: Physikalische Therapie, Medikamente sowie Blasentraining bringen deutliche Besserung und eine Hebung der Lebensqualität.
Bei den Mischformen steht am Anfang ebenfalls die Stabilisierung der Blase, danach kann eventuell eine Operation sinnvoll sein. Wobei generell gilt: Eine individuelle Therapie nach individueller Abklärung bringt den besten Erfolg.
Der wichtigste Schritt ist jedoch das erste Gespräch mit Ihrem Arzt!